Mit der Änderung des Gesetzes bezüglich Cannabis für medizinische Zwecke zu nutzen ist der Bedarf erwartungsgemäß gestiegen. Während in Deutschland immer noch auf Importe aus verschiedenen Ländern zurückgegriffen wird ist man anders wo schon einen Schritt weiter. Vor kurzem wurde das Ausschreibungsverfahren für Cannabis-Anbieter eröffnet. 

Cannabis made in Germany

Um schwer kranken Menschen die Möglichkeit zu geben, an medizinisches Cannabis zu gelangen, gilt seit März 2018 das Cannabis-Gesetz. Durch diese Änderung im Gesetz ist es zu einem sprunghaften Anstieg am Bedarf gekommen. Bisher musste das Cannabis in unsere Apotheken importiert werden, sprich aus dem Ausland zu uns geholt werden. Denn der Anbau in Deutschland war bisher illegal.

Das Problem bei dem Zeug was man so bekommt ist, man weiß nicht ob irgendwelche schädlichen Nebenstoffe oder auch Streckmittel enthalten sind. Genau wegen diesem Problem hat man am Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) eine Cannabis-Agentur gegründet. Diese wird die wichtige Aufgabe tragen, die Herstellung unter staatlicher Kontrolle zu halten, sowie den Anbau hierzulande zu regeln und überwachen.

Da die Cannabis-Agentur ja schon Aufgaben hat, wird das Cannabis weiterhin von Unternehmern hergestellt und geliefert. Seit dem 20. Juli können diese sich für den Platz bewerben. 10.400 kg Cannabis das Gesamtvolumen, jeweils 2.600 kg auf das Jahr = 4 Jahre.

Regelung durch die Cannabis-Agentur

Dabei ist die oben genannte Ausschreibung nicht einmal die erste. Das BfArM hatte eine erste Ausschreibung aufheben müssen, aufgrund eines Beschlusses durch das Oberlandesgericht Düsseldorf vom März 2018. Ein Unternehmen welches die Auffassung vertritt, die verbleibende Frist zur Einreichung der geforderten Bewerbungsunterlagen sei nach einer Änderung des Verfahrens nicht mehr ausreichend. Diese Auffassung wurde durch das OLG Düsseldorf bestätigt. An der ersten Ausschreibung waren 118 Bewerber beteiligt.

Ein Bieter kann auf maximal 5 Lose den Zuschlag bekommen. Insgesamt 13 Lose zu je 200 kg Jahresmenge über einen Zeitraum von 4 Jahren sieht die neue Ausschreibung vor.  Einsteigen möchte die BfArM mit mindestens drei Bietern in den Bereichen Anbau, Ernte, Weiterverarbeitung und Lieferung von Cannabis. Natürlich passiert das ganze dann in pharmazeutischer Qualität. Nachdem man den Zuschlag erhalten hat, muss der Anbau unter betäubungs- und arzneimittelrechtlichen Bedingungen erfolgen.

Das kann noch dauern…

Die Zuschläge werden wohl auf sich warten lassen. Nach eigenen Angaben will das Amt diese erst im kommenden Jahr verteilen, bis Cannabis dann aus dem Anbau in Deutschland bereit steht, wird es wohl 2020 werden.

Das Cannabis dient rein zu medizinischen Zwecken und wird unter strengen Arzneimittelauflagen gehalten. Berücksichtigen muss man hierbei auch die Vorgaben der „Guten Praxis für die Sammlung und den Anbau von Arzneipflanzen“ (Good Agricultural and Collection Practice oder GACP)

 

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